Manchmal verlässt man eine Ausstellung nicht mit einer Antwort, sondern mit einem Gefühl
So ging es mir nach meinem Besuch der Monet-Ausstellung im Städel Museum in Frankfurt. Besonders die Bilder der normannischen Küste rund um Étretat haben mich beschäftigt – nicht nur wegen ihrer Farbigkeit oder ihrer beeindruckenden Landschaften, sondern wegen der Art, wie Claude Monet Atmosphäre sichtbar macht.
Seine Werke erzählen weniger von einem Ort als von Licht, Bewegung und Wahrnehmung. Sie zeigen nicht einfach die Küste, sondern das, was zwischen Himmel, Wasser und Erinnerung entsteht.
Während ich durch die Ausstellung ging, musste ich immer wieder an meine eigene Arbeit denken. Auch mich interessiert weniger die exakte Abbildung eines Ortes als vielmehr die Stimmung, die bleibt. Viele meiner Arbeiten entstehen aus Beobachtungen, Erinnerungen und Fragmenten, die sich erst im Atelier zu neuen Bildräumen verdichten.
Ausstellungen wie diese sind für mich deshalb weit mehr als Inspiration. Sie schärfen den Blick, eröffnen neue Perspektiven und erinnern daran, wie wichtig genaues Hinsehen ist – in der Kunst ebenso wie im Alltag.
Vielleicht ist das die größte Gemeinsamkeit mit Monets Arbeiten: Nicht das Motiv steht im Mittelpunkt, sondern die Wahrnehmung.

